Schlussverkauf bei nak!
Die Nationale Armutskonferenz will "irreführende und abwertende Begriffe, mit denen Menschen in ihrer
Lebenssituation falsch beschrieben, schlimmstenfalls sogar diskriminiert
werden“ aus dem täglichen Wortschatz verbannen.
Sie hat nun - basierend auf einer Umfrage - eine „Liste der sozialen Unwörter" veröffentlicht.
Ganz vorne positioniert hat sich der Migrationshintergrund mit 31%, gefolgt von Work-Life-Balance mit 23 %. Burnout empfinden 19 % als entbehrlich, genauso wie die Powerfrau (17 %). Dahinter rangieren der Studentenberg (6 %) und der Zickenkrieg (4 %).
Quelle: faz.net
Migrationshintergrund
Ehrlich gesagt, hat er sich auch bei mir - zunächst unbemerkt - ins Vokabular eingeschlichen. Nun ist er da, und ich bemühe mich, ihn ab sofort so wenig wie möglich zu bemühen.
Work-Life-Balance
Klingt für mich zunächst mal schick, weckt Sehnsüchte und ist in echt leider eher unrealistisch. Selten habe ich jemanden getroffen, der ein ausgeglichenes "Arbeitsleben" führt. Die Einen arbeiten, um zu leben. Die Anderen leben, um zu arbeiten. Alle versuchen, im täglichen Spagat die Balance zu halten ;-)
Burn-out
... genauso wie Bore-out hat meist mit berufsbedingtem Stress zu tun, der zu Depressionen führen kann. Auch wenn bisher kein anerkanntes Krankheitsbild existiert (offiziell nur ein Syndrom) haben die Kinder immerhin nun einen Namen. Geschäftstüchtige Helfer und Heiler sehen darin ihre Chance und kredenzen zur Problembehebung den Betroffenen meist alten Wein in neuen Schläuchen.
Powerfrauen
Powerfrauen ordne ich in die Kategorie "irreführende Begriffe" ein und frage mich, wie wohl das männliche Pendant genannt wird - vielleicht Superman?
Studentenberg
Am Studentenberg bin ich vorbeigegangen, ohne ihn zu bemerken. Vielleicht war ich unter Tage oder auf Wolke 7? Ich kann mich jedenfalls nicht erinnern.
Zickenkrieg
Den Begriff Zickenkrieg assoziiere ich spontan mit pubertierenden weiblichen Teenagern. Es war aber in oben erwähntem Artikel zu lesen, dass damit die "sachliche Auseinandersetzung zweier gestandener Frauen über ein umstrittenes Thema" gemeint sei ...
Mich würde interessieren, 1. wie das männliche Äquivalent heißt und 2. wer sich den Begriff ausgedacht hat. Schwer vorstellbar, dass es eine Frau war :-)
So weit, so gut. Jetzt müsste der Sprachanpassung also "nur noch" die Anpassung des Sozialverhaltens folgen, dann wären wir echt einen Schritt weiter.
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