Gerade habe ich einen interessanten Kommentar von Herbert Scheuring entdeckt den ich hier zum besten geben möchte:
Lücken im Wortschatz?
Unterm Strich: Lücken im Wortschatz
Der Sprachwissenschaftler Anatol Stefanowitsch
findet den Begriff Shitstorm gut, weil er eine „Lücke im deutschen
Wortschatz“ schließe. Ein Shitstorm ist eine Welle der Kritik und des
Spotts, die sich in sozialen Netzwerken und Blogs über bestimmte
Personen oder Institutionen ergießt. Kritiker des Begriffs Shitstorm
stören sich nicht nur an dem englischen Wort als solchem, sondern auch
an seinem ordinären Charakter. Daher stellt sich die Frage: Kann man den
Sachverhalt, also jetzt ohne Scheiß, anders benennen? Man könnte statt
Shitstorm zum Beispiel Welle der Empörung oder Sturm der Entrüstung
sagen. Aber viele tun es nicht.
Viele sagen ja auch nicht mehr Treffen,
sondern Meeting, und das gemeinsame Essen, ich prophezeie es Ihnen, wird
bald Eating heißen. Dann wird man wichtige Leute sagen hören: „Ich muss
nach dem Meeting zum Eating.“ Dabei könnte man alles auch auf Deutsch
ausdrücken und zum Beispiel statt Feedback Rückmeldung und statt Johnny
Cash einfach Johann Bargeld – alle Mann zurück, schlechtes Beispiel –
statt Brainstorming Ideensammlung sagen. Wenn man keine Lücken im
deutschen Wortschatz hätte.
Neben Brainstorming gibt es übrigens als
neuesten Trend Brainwalking, und auch für den Mittagsschlaf haben
Experten jetzt endlich ein besseres Wort gefunden: Power Napping. Ich
aber sage Ihnen, dass auch das Wort Steam Talker – das habe ich gerade
erfunden – eine Lücke im deutschen Wortschatz schließt. Sonst müsste man
ja Leute, die Begriffe wie Shitstorm, Power Napping oder Brainwalking
für unentbehrlich halten, Dampfplauderer nennen.
(Herbert Scheuring in der Main-Post vom 07.09.12)
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